Neuen Job nach nur einer Woche kündigen?

Klingt merkwürdig, doch in meiner alltäglichen Arbeit erlebe ich es immer wieder, dass mich verzweifelte Kunden kontaktieren, die gerade voller Euphorie und mit hoher Motivation eine neue Arbeitsstelle angetreten haben und dann kommt alles anders….

Die Aufgaben stellen sich anders dar als in der Stellenausschreibung und in Vorstellungsgesprächen kommuniziert, scheinen unlösbar und die Anforderungen sind unerfüllbar. Die ganze Situation ist enttäuschend und frustrierend. Als Lösung kommt nur die sofortige Kündigung infrage. Doch was sind die Konsequenzen? In der Probezeit den Job zu schmeißen, ist ein Makel im Lebenslauf. Die schlimmsten Szenarien geistern durch den Kopf – wie bei einer Kundin, die sich schon gebrandmarkt für das weitere Berufsleben sah, ohne Chance, wieder einen guten Job zu bekommen.

Veränderungen – ja, aber…

Kennen Sie das auch? Sie wollen sich verändern, schieben die notwendigen Aktionen aber weiter hinaus, finden immer wieder Ausreden, um nichts zu tun? Damit sind Sie nicht alleine. Oftmals sind die Ängste vor einer Veränderung zu groß. Sich zu verändern – gerade wenn es um berufliche Dinge wie einen Jobwechsel geht – bedeutet ja, etwas Vertrautes zu verlieren und etwas Neues zu beginnen. Es liegt in der Natur des Menschen, vor unbekannten und neuen Situationen Vorsicht walten zu lassen. Wobei Menschen unterschiedlich geprägt sind, einige nur kurz zögern und dann neue Dinge angehen, während andere grübeln und nachdenken und alle Eventualitäten sorgsam abwägen. Das Sprichwort „Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe“ trifft es ganz gut. 


Die Entscheidung, sich zu verändern ist aber auch abhängig von der persönlichen Leidensfähigkeit. Wenn Sie einen Job haben, der Ihnen keinen Spaß macht, der Sie langweilt, der Ihnen keine Perspektive bietet, Sie aber nette Kollegen und Vorgesetzte haben, das Gehalt einigermaßen passt, dann ist es natürlich deutlich schwerer, sich aufzuraffen und etwas Neues anzugehen. Erst wenn der Leidensdruck zu groß wird, werden viele Menschen aktiv.


Blackout

Ein wichtiges Gespräch steht an – vielleicht ein Vorstellungsgespräch. Viel hängt für von diesem Termin ab. Sie sind bestens vorbereitet, haben sich Gedanken gemacht und dann passiert es: Alles ist aus Ihrem Kopf verschwunden. Man hat Ihnen eine Frage gestellt und Sie wissen nicht, was Sie antworten sollen, weil das Gesagte Sie gar nicht erreicht. Ein Blackout. Was einige aus Prüfungssituationen kennen, kann auch in wichtigen Gesprächen passieren – und nicht nur Berufsanfängern.

Karriere

Kunden kommen oft mit dem Wunsch zu mir, ich möge sie bei ihrer Karriere beraten. Eine schöne und immer wieder spannende Aufgabe! Doch was bedeutet „Karriere“ für den Einzelnen und welche Voraussetzungen sind förderlich? Nehmen wir den Klassiker, Karriere = Übernahme einer verantwortungsvollen Position in Verbindung mit Mitarbeiterführung. Sicher haben einige meiner Kunden sehr große Ziele – was auch gut ist – und träumen vom Topmanagement. Einige träumen nur, andere arbeiten gezielt daran, um den Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen (ob eine Aufgabe im Topmanagement dann tatsächlich ein Traum ist und als solcher wahrgenommen wird oder sich für den Einzelnen zum Alptraum entwickelt, ist ein anderes Thema).

Doch bleiben wir bei den Kunden, die sich hohe, aber erreichbare Ziele setzen. Wie sollen sie es angehen? Patentrezepte gibt es leider nicht mehr. In der heutigen Zeit sind Karrieren weniger planbar als noch vor 20 Jahren. Wer tatsächlich noch glaubt, er/sie könne nach zwei bis drei Jahren damit rechnen, automatisch im Unternehmen aufzusteigen, liegt falsch und muss auf den Boden der Realität zurückgeholt werden.

Sind Bewerbungsanschreiben wirklich überflüssig?

Wie oft hört und liest man, dass Anschreiben von Personalern nicht mehr gelesen werden und daher nicht mehr wichtig sind. Doch stimmt das wirklich? Aus einem Anschreiben kann man doch einiges über den Menschen erfahren. Informationen, die weder im Lebenslauf noch im Zeugnis stehen, wie z.B. die Fähigkeit, vollständige und korrekte deutsche Sätze zu formulieren. Darüber hinaus entscheidet das Anschreiben darüber, ob die Anhänge der Bewerbung überhaupt geöffnet werden. Wer hier einfach mit copy&paste arbeitet, setzt das falsche Signal. Versierte Personaler erkennen solche Anschreiben sehr schnell. Ein eindeutig kopiertes Anschreiben, bei dem nur die Firmenbezeichnung ausgetauscht wurde, gibt keinen Anlass zu glauben, dass der Bewerber sich in irgendeiner Form mit der Stelle beschäftigt hat, auf die er sich bewirbt.

Freistellung nach Kündigung – verschweigen oder erwähnen?

Wenn das Arbeitsverhältnis seitens des Arbeitgebers gekündigt oder ein Aufhebungsvertrag geschlossen wurde, werden Arbeitnehmer oft freigestellt. Auch wenn die Beendigung des Arbeitsverhältnisses und die damit einhergehende Freistellung oftmals aufgrund von Umstrukturierungen geschehen, ist den meisten Betroffenen schon klar, dass man Sie einfach nicht mehr im Unternehmen braucht. Eine Tatsache, die alles andere als angenehm ist und am Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl kratzen kann. 

Doch wie geht man mit der Freistellung um? Muss man sie in den Bewerbungsunterlagen erwähnen? Diese Frage wird mir sehr oft gestellt. Grundsätzlich rate ich dazu, die Freistellung erst in einem persönlichen Gespräch mit dem Headhunter oder mit dem potenziellen Arbeitgeber zu erwähnen. Wobei man in den Bewerbungsunterlagen natürlich nicht behaupten sollte, man befinde sich in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis – das entspricht nicht der Wahrheit und kann böse Konsequenzen haben. Aber in den Bewerbungsunterlagen sollen ja die jeweiligen Erfahrungen positiv dargestellt werden. Es geht darum, neue Arbeitgeber von den eigenen Kompetenzen und Stärken zu überzeugen und sich als den idealen Kandidaten für diese Stelle zu präsentieren. Dass das aktuelle Arbeitsverhältnis beendet wurde, ist eher nachrangig zu sehen. Wie gesagt, die Gründe hierfür sollten dann im persönlichen Gespräch dargelegt werden. Aber hier sollten Sie keinesfalls illoyal auftreten und die Schuld ihrem Arbeitgeber in die Schuhe schieben. Negative Aussagen über den Chef und das Unternehmen sind nicht professionell und werfen kein allzu positives Licht auf Sie. Zurückhaltung und Sachlichkeit sind geboten – auch wenn der Frust noch so groß ist. 

Wenn es innerhalb der Freistellung mit einem neuen Job geklappt hat – wunderbar. Wenn nicht, sollten der Beendigungsgrund allerdings in den Unterlagen angeben werden. Glaubhafte Formulierungen können z. B. sein: Umstrukturierungen und Rationalisierungsmaßnahmen führten zum Stellenabbau, von dem auch meine Position betroffen war. Umstrukturierungen führten zur Schließung der Niederlassung, ein Umzug kam aus familiären Gründen nicht infrage. Einvernehmliche Trennung aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die berufliche Entwicklung. Falls Sie selbst gekündigt haben, müssen Sie den Grund nicht angeben. Es reicht zunächst der Hinweis, dass das Arbeitsverhältnis auf eigenen Wunsch beendet wurde. Die Nachfragen kommen dann im Interview, bereiten Sie sich darauf gut vor.

Wenn die Arbeit krank macht

Psychische Erkrankungen nehmen immer stärker zu. Die Entwicklung unserer Arbeitsgesellschaft von einer Industrie- hin zu einer wissens- und kommunikationsintensiven Dienstleistungsgesellschaft hat die Belastungen in der Arbeitswelt verändert. Während körperliche Anstrengungen abnehmen, steigen psychosoziale Belastungen in einem hohen Maße. Zeitdruck, Störungen des Arbeitsablaufs und ein eingeschränkter Entscheidungsspielraum gelten als wesentliche Faktoren, die psychische Erkrankungen begünstigen.